Städtepartnerschaften beleben

Aus „Augsburger Allgemeine“ vom 15.12.2005

Lauingen will Kontakte mit Segré, Marzahn und Treviglio auf eine breitere Basis stellen
Von unserem Redaktionsmitglied Berthold Veh
Lauingen

Es war nicht der Rückblick auf „ein harmonisches Miteinander“, der die Jahresabschlusssitzung des Lauinger Stadtrats bestimmte. Im Zentrum stand die Diskussion um die Gründung eines Städtepartnerschafts-Vereins. Solch ein Gremium soll den freundschaftlichen Verbindungen Lauingens mit Segré, Berlin-Marzahn und Trevig-lio neues Leben einhauchen. Die Mehrheit des Plenums sprach sich schließlich für die Gründung dieses Vereins aus, der die Kontakte zu den Partnerstädten auf eine breitere Basis stellen soll.

Bürgermeister Wolfgang Schenk erläuterte, dass es in den Lauinger Partnerstädten Komitees gebe, die sich um die Städtepartnerschaft kümmern. Der Rathauschef verspricht sich durch den Partnerschafts-Verein eine Intensivierung der Kontakte über die Stadtrats- und Verwaltungsebene hinaus. Dieser Verein, so Schenk, könne auch Fördertöpfe anzapfen. Die Stadt Lauingen will für diesen Zweck Räumlichkeiten und Geld zur Verfügung stellen. „Das Komitee soll aber unabhängig von der Verwaltung agieren“, sagte der Bürgermeister.

Über diesen Punkt gab es allerdings unterschiedliche Ansichten. Gerhard Winkler (FDP) sagte, der Verein müsse unter Federführung der Stadt arbeiten. Albert Lacher (FW) befürchtete ebenfalls, dass die Stadt Lauingen gar keinen Einfluss mehr auf diesen Verein haben könnte. Alfred Hitzler (CSU) erinnerte daran, dass gerade das Engagement des früheren Bürgermeisters und des Stadtrates zu den Lauinger Städtepartnerschaften geführt hätten. „Wenn wir uns hier zurückziehen, gibt es vielleicht eine Entwicklung, die wir nicht wollen.“ Offensichtlich wolle sich ein Teil des Stadtrates von den Städtepartnerschaften verabschieden, meinte Hitzler.

Dem widersprachen 3. Bürgemeister Dietmar Bulling (SPD) und Vize-Bürgermeister Helmuth Zengerle (CSU). Es gehe nicht um einen Rückzug aus den Städtepartnerschaften, sondern darum, „möglichst viele Bürgerinnen und Bürger für diesen Verein zu gewinnen“, sagte Bulling. Gabi Kleinle forderte die Solidarität und die Mitarbeit der Lauinger Stadträte in diesem Komitee ein. Der Stadtrat beauftragte schließlich bei 18:5 Stimmen die Verwaltung, die Gründung des Partnerschafts-Vereins vorzubereiten.

Kurz machte es Bürgermeister Schenk bei seinem Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr 2005: „Ich danke für die gute Zusammenarbeit im Lauinger Stadtrat“, sagte Schenk. Und dies sei nicht eben so daher gesprochen, „das ist meine ehrliche Meinung“. Der Bürgermeister sprach positive Punkte wie den Baubeginn auf dem Bahner-Areal, den Verkauf der Landwirtschaftsschule oder die Einrichtung einer Ganztagesbetreuung an der Lauinger Hauptschule an. In der Innenstadt gebe es noch den ein oder anderen Schandfleck.

Finanzlage verbessert

Bürgermeister Schenk dankte den Bürgerinnen und Bürgern für die Geduld. Denn es sei schwierig, bei klammen Kassen allen Wünschen nachzukommen. Wolfgang Schenk wagte einen verhalten optimistischen Ausblick. „Die finanzielle Situation Lauingens hat sich etwas verbessert, auch wenn dies kein Anlass zu Euphorie ist.“ Vize-Bürgermeister Helmuth Zengerle wiederum dankte in der Jahresschluss-Sitzung am Dienstagabend Bürgermeister Schenk „für die harmonische Zusammenarbeit“ im Stadtrat und in den Ausschüssen. Der CSU-Fraktionschef hoffte ebenfalls, dass sich die Haushaltslage der Herzogsstadt 2006 etwas bessern werde.