Neue Impulse für die Städtepartnerschaft

Aus „Augsburger Allgemeine“ vom 22.06.2005

Lauingens Bürgermeister Schenk in Marzahn-Hellersdorf
Lauingen (pm).

Neue Impulse hat die Städtepartnerschaft Lauingens mit dem Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf erhalten. Eine Delegation aus der Herzogstadt mit Bürgermeister Wolfgang Schenk weilte in diesen Tagen in der Bundeshauptstadt.

Grund für die Reise war die Intensivierung der Städtpartenerschaft, die im Juni 1999 mit dem damaligen Berliner Stadtbezirk Marzahn begründet wurde. Dr. Georg Barfuß (damals CSU) und Dr. Harald Buttler (PDS) waren die „Väter“ dieser Städtefreundschaft. Inzwischen haben sich auf beiden Seiten strukturelle wie auch personenbezogene Veränderungen ergeben. In Lauingen heißt der Bürgermeister seit gut einem Jahr Wolfgang Schenk (SPD), und im Rathaus von Marzahn-Hellersdorf ist Dr. Uwe Klett (PDS) seit geraumer Zeit neuer Chef. In Berlin wurden verschiedene Stadtbezirke aufgrund einer „Gebietsreform“ zusammen gelegt und dies betraf auch den Partnerbezirk Lauingens. Die jetzige politische Gebietskörperschaft nennt sich nun Marzahn-Hellersdorf. In der Bezirksverordnetenversammlung hat die PDS mit 31 Mandaten die Mehrheit der 55 Mandate.

Die BVV-Vorsteherin, Petra Wermke, hat die offizielle Donnerstagssitzung eigens zu Ehren der Gäste aus Bayern unterbrochen. Bürgermeister Schenk überbrachte in seinen Worten die Grüße des Stadtrates und gab eine kurze Darstellung Lauingens. Am zweiten Tag wurden die Gespräche im Rathaus von Marzahn-Hellersdorf fortgesetzt. Bürgermeister Dr. Klett, der im September nach Lauingen kommen wird, erläuterte, dass sich vor 25 Jahren vor allem junge Familien in den Großsiedlungen von Marzahn und Hellersdorf niedergelassen haben. Der Bezirk hat etwa 260000 Einwohner und liegt am nordöstlichen Stadtrand. Geprägt von einer ökologischen Stadtentwicklung hat sich die Infrastruktur in den letzten Jahren enorm entwickelt. Entstanden sind Einkaufs- und Wohngebietszentren, wie die „Helle Mitte“ – zugleich Sitz des Bezirksamtes und des Bürgermeisters – mit vielen Geschäften, Lokalen und einem Großkino, dem Spree-Center und dem „Plaza Marzahn“. Das größte Einkaufszentrum im Osten Berlins, das „Eastgate“, wird noch in diesem Jahr seine Pforten öffnen. Mit 15 Prozent Grün- und Freiflächen steht der Bezirk mit an der Spitze in Berlin.

„Lauinger Straße“ in Berlin

Bürgermeister Schenk gewann bei der Rundfahrt durch den Partnerschaftsbezirk einen sehr positiven Eindruck, und die relativ neue Straßenbezeichnung „Lauinger Straße“ dokumentiert öffentlich die partnerschaftlichen Beziehungen. Während des dreitägigen Arbeitsaufenthalts wurden auch intensive Kontakte zum Städtepartnerschaftsverein geknüpft. In den Begegnungen mit der Vorsitzenden Wermke sowie den weiteren Vorstandschaftsmitgliedern stand die Beratung über weitere gemeinsame Aktionen im Vordergrund. Klassenfahrten von Schulen und Besuche von Lauinger Vereinen festigten die persönlichen Kontakte. Der Städtepartnerschaftsverein Marzahn-Hellersdorf hofft, dass auf wirtschaftlichem Sektor die Beziehungen neu belebt werden. Ebenso wäre der Kontakt mit den religiösen Gruppierungen weiter zu pflegen. Ein wesentlicher Teil der Gespräche drehte sich um die Möglichkeiten, wie die Jugend in diese Begegnungen eingebunden werden kann. Und hier bietet das Jugendgästehaus „Pro-social“ eine breite Plattform. Orientiert an den Bedürfnissen der Jugend und Jugendgruppen bietet sich in Marzahn-Hellersdorf eine preisgünstige und attraktive Unterkunftsmöglichkeit. Am Rande des Besuches ergab sich ein buchstäblich „großes“ Ereignis. Bei der Ausstellung „Stadt der Giganten“ sind 27 Dinosaurier-Nachbildungen in „Helle Mitte“ unterwegs. In Führungen wird fundierter Biologieunterricht zum Anfassen für die Schulen angeboten. Bei der Eröffnung war Bürgermeister Schenk Ehrengast neben Bezirksbürgermeister Klett und dem Vizepräsidenten der FU Berlin, Prof. Dr. Helmut Keupp.